Keltische Perlen mit Augen gehören zu den markantesten Glasornamenten der europäischen Eisenzeit. Diese dekorativen Perlen, auch als „eye beads“ bekannt, wurden vor allem während der Latènezeit (ca. 5.–1. Jahrhundert v. Chr.) hergestellt. Typisch ist die plastische oder farbige Applikation von Kreisen, die Augen darstellen und wahrscheinlich eine schützende sowie symbolische Bedeutung hatten. Keltische Glasperlen wurden hergestellt, indem geschmolzenes Glas auf einen Metallstab gewickelt und anschließend mit kontrastierenden farbigen Schichten verziert wurde. Am häufigsten erscheinen sie in Blau, Grün oder dunklen Farbtönen mit weißen oder gelben Augen.
Archäologische Funde dieser Perlen stammen aus vielen bedeutenden keltischen Fundorten Mitteleuropas. Zu den bekanntesten gehört das Oppidum Závist, eine der größten keltischen Siedlungen im Gebiet des heutigen Böhmens, außerdem das bedeutende Zentrum Manching in Deutschland sowie der Fundort Bibracte in Frankreich. Diese Funde belegen die weitreichenden Handels- und Kulturkontakte der keltischen Gemeinschaften in ganz Europa.
Perlen mit Augen werden meist in Frauengräbern oder in Siedlungsschichten gefunden und waren Teil von Halsketten, Armbändern oder Kleidungszier. Aus archäologischer Sicht stellen sie einen wichtigen Hinweis auf den sozialen Status sowie auf die technologischen Fähigkeiten keltischer Glashersteller dar. Die Erforschung dieser Artefakte trägt zugleich zum Verständnis der Handelsnetzwerke und der Schmucksymbolik in der keltischen Gesellschaft bei.
- Material: Glas
- Größe: 12 × 20 mm (Handarbeit, Form und Größe können leicht variieren)
- Lochdurchmesser: 2 mm
- Verwendung: Kelten