Der Wassermann ist ein übernatürliches Wesen aus der slawischen Mythologie, das vor allem in Böhmen, Mähren, der Slowakei und Polen bekannt ist. Er gehört zu den Wasserdämonen und bewohnt nach volkstümlichen Vorstellungen Teiche, Flüsse, Seen oder Mühlgräben. Im tschechischen Umfeld wird er meist als Mann im grünen Mantel mit roten Wangen, einer Pfeife und nassen Haaren dargestellt. Oft sitzt er auf einer Weide.
Der Sage nach bewacht der Wassermann das Wasser und hat Macht über das Leben der Menschen, die es betreten. Manchmal zieht er unvorsichtige Schwimmer in die Tiefe und bewahrt ihre Seelen in kleinen Töpfchen auf dem Grund des Teiches auf. Mitunter kann er jedoch auch gerecht oder sogar freundlich sein, wenn die Menschen das Wasser respektieren.
Der Wassermann ist ein Beispiel dafür, wie unsere Vorfahren die Gefahren der Natur erklärten und Kinder lehrten, die Wasserkräfte zu achten.
Dieser raffinierte Schlüsselanhänger wurde von der südböhmischen Künstlerin Kati entworfen.
- Größe: 30 x 45 mm (Anhänger)
- Material: Zink
- Eigene Herstellung
Ähnliche Gestalten finden sich auch in anderen europäischen Traditionen – zum Beispiel die deutsche Nixe oder der schottische Kelpie. Der Wassermann ist bei westlichen und östlichen Slawen bekannt und unter den südlichen Slawen vor allem bei den Slowenen. Bei den meisten anderen südslawischen Völkern kommt der Glaube an ihn nicht vor, obwohl sich beispielsweise in Dalmatien Erzählungen über sogenannte Meermenschen – halb menschliche, halb fischartige Wesen – erhalten haben.
Sein weibliches Gegenstück ist die Wasserfrau oder Rusalka. Der Glaube an den Wassermann hängt mit dem alten slawischen Wasserkult und dem Respekt vor seiner lebensspendenden, aber auch gefährlichen Natur zusammen.