Herren von Talmberk, mittelalterlicher Schild, Anhänger, Altmessing

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Die Herren von Talmberk, mittelalterlicher Halsanhänger.

  • Maße: 3,5 x 5 cm
  • Material: Zink

Die Herren von Talmberk gehörten zu den ältesten böhmischen Adelsgeschlechtern – ihre Ursprünge reichen angeblich bis ins 12. Jahrhundert zurück und sind nachweislich bis ins 13. Jahrhundert belegt, denn aus dieser Zeit ist dank Siegeln auch ihr Wappen bekannt. Die Geschichte der Burg Talmberk, die dem Geschlecht ihren Namen gab, ist in schriftlichen Quellen mit dem Jahr 1291 verbunden, als der ältere Angehörige des Geschlechts Hroznata von Úžice den Familienbesitz unter seinen Nachkommen aufteilte. Sein Sohn Arnošt erhielt die Burg, vollendete ihren Bau und war fortan als Arnošt von Talmberk bekannt. Das Geschlecht gehörte zwar nicht zu den reichsten und einflussreichsten Familien, zählte aber dennoch zum höheren Adel – zum Herrenstand.

Einige der dramatischsten Momente in der Geschichte des Geschlechts ereigneten sich an der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert und standen unmittelbar mit der Burg Talmberk in Zusammenhang. Seit 1389 saß Diviš von Talmberk auf der Burg und geriet in Streit mit Havel Medek von Valdek. Dieser belagerte die Burg 1391 mit einem Heer, eroberte sie, ließ Herrn Diviš gefangen setzen und hielt dessen Burg bis 1397 – er war sogar so kühn, sich selbst „von Talmberk“ zu nennen. Havel wurde jedoch zum Friedensbrecher erklärt und vor dem Landgericht in Prag angeklagt, wo er auch in Abwesenheit verurteilt wurde. Er sollte die Burg dem Besitzer zurückgeben und sämtliche Schäden ersetzen. Schließlich musste jedoch ein Aufgebot des Landes ausrücken, um die Burg zurückzuerobern und Diviš zu befreien. Kurz darauf erhielt Diviš von Talmberk das prestigeträchtige Amt des Burggrafen der Prager Burg.

Offenbar setzten sich die dramatischen Ereignisse auch in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts fort – die Herren von Talmberk blieben auch nach Ausbruch der hussitischen Revolution katholisch und Kaiser Sigismund von Luxemburg treu. Während der folgenden Hussitenkriege verloren sie die Burg Talmberk, auch wenn unklar ist, wann genau und unter welchen Umständen.