Ludus Latrunculorum - Römisches Brettspiel
Geschichte und Tradition
Ludus Latrunculorum (oft abgekürzt als Latrunculi) war ein beliebtes strategisches Brettspiel im alten Rom, das wahrscheinlich von griechischen Spielen wie Petteia inspiriert wurde. Es wurde im Römischen Reich ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. bis in die Spätantike gespielt. Der Name stammt von dem Wort latrunculus, das "Söldner" oder "Räuber" bedeutet und auf den militärischen Charakter des Spiels hinweist.
Das Spiel war bei römischen Soldaten und Intellektuellen beliebt und wurde oft auf in Stein oder Holz geschnitzten Tafeln gespielt. Spielbretter wurden an verschiedenen Orten der römischen Welt gefunden, darunter in Britannien, Deutschland, Ägypten und Pompeji.
Die Regeln des Spiels
Die genauen Regeln sind nicht überliefert, aber Rekonstruktionen auf der Grundlage antiker Texte und archäologischer Funde legen nahe, dass das Spiel dem modernen Schach oder Dame ähnelte. Es wurde auf einem 8×8 oder 9×10 großen Raster gespielt, auf dem schwarze und weiße Steine(Latrunculi) die Soldaten darstellten.
- Bewegung: Die Spieler bewegten die Steine abwechselnd in horizontaler oder vertikaler Richtung.
- Steine fangen: Die Steine wurden gefangen, indem man sie von beiden Seiten umkreiste, ähnlich wie bei Hnefatafl oder Go.
- Ziel des Spiels: Ziel war es, so viele gegnerische Steine wie möglich zu erobern und eine strategische Überlegenheit zu erreichen.
Archäologische Funde
Spielbretter und Spielsteine wurden an vielen Orten im ehemaligen Römischen Reich gefunden:
- Britannien (Vindolanda, London) - es wurden eingravierte Spielbretter und -steine gefunden.
- Pompeji - erhaltene Bretter, die in Steinbänke geschnitzt waren.
- Ägypten - es wurden Hinweise auf das Spiel in schriftlichen Quellen gefunden.
Das Spiel Ludus Latrunculorum diente nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Schulung des strategischen Denkens und war daher bei Soldaten und Zivilisten beliebt.
- Material: Leder, Glas und Steine
- Abmessungen: 24 x 34 cm