Replik einer keltischen Glasperle mit doppeltem Augenmotiv. Die Perle wird von Hand am Glasbrenner unter Anwendung der historischen Wickeltechnik gefertigt, bei der geschmolzenes Glas auf einen Metallstab aufgewickelt wird – ähnlich wie bei der Herstellung von Perlen in der Hallstattzeit. Vergleichbare Perlen erscheinen bereits in der älteren Eisenzeit, ihre Beliebtheit hielt jedoch bis ins frühe Mittelalter an.
- Maße der Perle ca. 8×15 mm, Lochdurchmesser 5 mm
- Preis gilt für ein Stück
- Hergestellt in der Tschechischen Republik
Keltische wickelgefertigte Glasperlen der Eisenzeit stellen eine bedeutende archäologische Quelle für die Erforschung von Technologie, Handel und Symbolik latènezeitlicher Gemeinschaften dar. Es handelt sich überwiegend um Glasperlen, die durch das Aufwickeln geschmolzener Glasmasse auf einen Metallkern hergestellt wurden und häufig mit plastischen Auflagen, Augenmotiven oder Wellenlinien in kontrastierenden Farben verziert sind. Sie werden überwiegend in die jüngere Eisenzeit (ca. 5.–1. Jahrhundert v. Chr.) datiert. Die Funde stammen sowohl aus Siedlungen als auch aus Gräberfeldern, wo sie vor allem in Frauen- und Kindergräbern, seltener in männlichen Bestattungen auftreten. Bedeutende Fundregionen liegen in Mitteleuropa, insbesondere in Böhmen, Mähren, Süddeutschland, Österreich und Norditalien. Forschungen weisen auf ihre Funktion als Bestandteile von Halsketten, Armreifen oder Trachtzubehör hin sowie auf eine mögliche apotropäische und statusbezogene Bedeutung. Chemische Analysen belegen die Verwendung von Natron-Kalk-Glas und deuten auf Fernkontakte in den Mittelmeerraum hin.