Mittelalterliches Abzeichen - Paarung von Waldmenschen
Niederlande, 1340-1350
Messingguss. Abmessungen: 25 × 45 mm
Dieses ungewöhnliche und eindeutig satirische Abzeichen zeigt eine Szene der Paarung der Waldmenschen, Fabelwesen, die in der Kunst und Literatur des mittelalterlichen Europas weit verbreitet waren. Die Figur des"wilden Mannes" (lat. homo silvanus) wurde in der Regel als ein mit Fell oder Moos bedeckter Mann dargestellt, der oft mit einer Keule bewaffnet war und außerhalb der Zivilisation und der Regeln der Gesellschaft lebte.
Während in der Heraldik - vor allem im deutschen Raum - der wilde Mann als Symbol für Stärke und natürliche Ordnung verwendet wurde, tauchen in der bildenden Kunst, vor allem in den Stichen von Martin Schongauer und Albrecht Dürer, auch wilde Frauen und ganze "wilde Familien" auf , oft in erotischen oder spöttischen Szenen.
Solche Szenen waren in erster Linie satirisch und parodierten die menschlichen Instinkte, das Animalische und das unkontrollierbare Verlangen. In diesem Fall spielt der wilde Mann auf dem Dudelsack, was kein Zufall ist - der Dudelsack galt in der mittelalterlichen Symbolik als Instrument der Lust und Sinnlichkeit. Die Kombination von Musik, Wildheit und Sexualität ist somit ein ironischer Kommentar zur menschlichen Schwäche.
Das Abzeichen ist ein typisches Beispiel für den weltlichen Humor des Mittelalters, der sich oft frech über die Gesellschaft, die Kirche und die menschliche Natur selbst lustig machte. Es kann ein Gegenstand gewesen sein, der zur Belustigung bei Festen, Karnevalsveranstaltungen oder Zunftfesten getragen wurde.
- Hergestellt in der Ukraine von Armour and Castings