Ledermaske eines Pestarztes mit Lüftungsschlitzen am unteren Ende des Schnabels.
- Material: Leder, Ösen (Kunststoff)
- Herstellung: Drakkaria
Der Pestarzt hatte die Aufgabe, die Seuche zu heilen und die Überträger zu töten. Die Ärzte trugen einen Stab bei sich, mit dem sie es vermieden, mit der Pest infizierte Patienten zu berühren. Sie trugen auch die Toten in Massengräber.
Die Pestmaske mit dem Vogelschnabel wird Charles de Lorme, dem Chefarzt Ludwigs XIII. zugeschrieben. Dieser Arzt entwarf auch das gesamte Kleidungsstück (1619), das den Arzt von Kopf bis Fuß schützte. Das Kleidungsstück bestand aus einer Maske, einer Schutzbrille, einem langen, mit Leder imprägnierten Gewand(marokkanischer Mantel) vom Hals bis zu den Knöcheln, einer Lederhose, Handschuhen, Stiefeln und einem Hut. Alles war aus gewachstem Leder gefertigt. Das Accessoire war ein Rohrstock.
Der Schnabel war mit Wolle gefüllt, die mit Essig, einer süßen Mischung aus Ölen, den Geruch des Todes übertünchte. Der Vogelschnabel geht auf den Aberglauben zurück, dass die Pest von Vögeln übertragen wird und dass man die Pest vermeiden kann, wenn man ihre Gestalt annimmt.
Die Pestmaske inspirierte dann die berühmten venezianischen Karnevalsmasken. Alle Behandlungen fanden in den Wohnungen der Patienten statt.