Die Pavese entwickelte sich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts zu einem eigenständigen Schildtyp. Schilde, die als echte Pavesen bezeichnet werden können, waren etwa von der Mitte des 14. bis zur ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Gebrauch. Die Formen einzelner Pavesen konnten variieren, am häufigsten war jedoch ein Rechteck mit abgerundeten Ecken oder einer gerundeten Oberkante. Ein gemeinsames Merkmal der meisten Pavesen war eine vertikal verlaufende Mittelrippe, die entweder durch die Wölbung des Schildes oder durch eine verstärkende Leiste gebildet wurde.
Pavesen wurden in mehreren Größen gefertigt. Große Pavesen konnten fast den gesamten Körper schützen, mittelgroße den Rumpf und teilweise die Beine. Hinter diesen Pavesen suchten Armbrust- oder Handbüchsenschützen beim Nachladen gewöhnlich Deckung. Mittelgroße Pavesen konnten die Schützen selbst auf dem Rücken tragen und sich beim Nachladen mit dem Rücken zum Gegner drehen.
Kleine Pavesen bildeten einen eigenen Zweig; dieser Schildtyp konnte sowohl von Fußsoldaten als auch von Reitern getragen werden. Für Reiter – insbesondere mittel schwer gerüstete sowie leichte Reiter europäischen und östlichen Typs – war er in Mittel- und Osteuropa (Heiliges Römisches Reich, Königreich Böhmen, Ungarn, Polen etc.) ein recht beliebter Schildtyp und konnte anstelle eines Reiterschildes vom Typ der sogenannten Tartsche getragen werden.
Handbemalter hölzerner mittelalterlicher Schild, geeignet für die historische Rekonstruktion eines mittelalterlichen Kriegers.
- Höhe 61 cm
- Breite oben 37 cm
- Breite unten 30 cm
- Gewicht ca. 2,4-2,5 kg